Nachtmahl!

Wer und was bleibt am Ende des Tages zu unserem Nachtmahl?

Monat: September, 2014

Innsbruck, Riesengasse

by schatten.licht.toene

16-09-14 Innsbruck

Innsbruck, die Altstadt ist wundervoll, sie
erzählt, klappert, donnert und heult, ist still und Rummelplatz, flüstert und lacht, duftet und stinkt, ist von sonderbaren Leuten durchgangen, von urigen, eigenartigen Geschäften besiedelt, hinter deren Tresen hutzelige Weibchen mit zerknitterten Bulldoggengesichtern stehen.

Schöne Menschen. Coole Leute. Aus der Form Geratene. Skater. Alternativer und moderner Mittelstand. Hippster, Punks und grantige Straßenkünstler, gewaltige Seifenblasen.

Innsbruck, Riesengasse, an einem letzten Sommertag. Schön war’s.

16-09-14 Innsbruck Häuser

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Colombopulver, Baba Jaga, die Karibik und Wien

by schatten.licht.toene

Ich war mal in Wien.
Das war im Jahre 2007, im Oktober, im Urlaub, zusammen mit meinen Eltern, meinem Sohn, in einer Ferienwohnung im Burgenland, zehn Tage lang. Graz war wunderschön: Graz ist eine der wunderbarsten Städte, die ich je besucht habe, und vielleicht ist Graz auch der Grund, der mich in Klausen heimisch werden ließ: der große Felsen inmitten der Stadt, den man besteigt und Stunden um Stunden über die Dächer alter Häuser schauen kann. Ich mag das.

Wien war groß. Das Auto haben wir in einem kleinen, dunklen Hinterhof geparkt, von einem Parkwächter bewacht, irgendwo in der Peripherie, mit der Hoffnung im Kopf, daß das Zentrum nicht weit ist, und mit der Befürchtung im Herzen, daß wir unser Auto nie wieder sehen werden. Gibt es EIN Zentrum in Wien? Ich weiß es bis heute nicht. Die Hofburg haben wir gesehen, immerhin, auch im Fiaker sind wir gefahren, die Hofreitschule, wir waren brave Touristen. Irgendwo haben wir auch Kaffee getrunken, das gehört zu Wien dazu, glaub ich. Und jede Menge Fotos.

Irgendwann haben wir dann versucht, unser Auto wiederzufinden, sind durch die Wiener Peripherie geirrt. Und irgendwo dort stand ein Mörser im Schaufenster eines unscheinbaren Haushaltswarenladens. Wien war groß. Der Mörser war größer. Vincent Klink hatte in einer seiner Geschichten geschrieben, daß in einen Mörser ein Kleinkindskopf hineinpassen soll. Das hört sich makaber an, stimmt aber.

So brachte Wien mich in den Besitz eines sechseinhalb Kilo schweren Marmormörsers, der mich bis heute auf allen meinen kulinarischen Reisen und Veranstaltungen begleitet, der überall ein Hingucker und Gewürzduftverteiler ist, der mir das Tor in die Welt der Gewürze geöffnet hat.

Sieben Jahre ist das her. Bald ist wieder Oktober und mein Mörser nimmt mich mit, mit nach Wien, dann reise ich wie einst die Baba Jaga, die in ihrem Mörser fährt, mit dem Stößl die Richtung gibt, mit ihrem Besen die Spuren verwischt. Oder ich nehme den Ofen, der auf Hühnerbeinen läuft. Mal schauen.

Ich werde in Wien sein.
Bald wird Wien etwas kleiner sein, groß ist oft, was man nicht kennt. Bald ist wieder Oktober und ich werde in Wien sein und ich werde in Wien kochen, mit meinem Mörser und mit meinen Tajinekochtöpfen: Märchen, Geschichten, Musik und exotische Speisen werden eine ganze Nacht lang verwoben, vermengt, werden unser Leben würzen und bereichern, wie es die Gewürzmischungen mit meinen Speisen tun. Bunt, duftend, exotisch, bekannt, auf- und anregend, satte Farben und blasse Morgendämmerung.

Doch noch bevor ich mich in meinen Mörser setze und gen Wien fahre, verbringe ich meine Tage damit, meinen Tajinekochkurs im Jukas vorzubereiten, Rezepte zu verkosten und Gewürzmischungen zusammenzustellen. Vorgestern gab es eine karibische Hühnertajine mit Colombopulver, einer Art Curry aus den alten französisch-karibischen Kolonien, das auch für Gemüsetajines und Linsengerichte gut geeignet ist und wunderbar mit eingelegten Salzzitronen harmoniert.

Colombopulver

1 EL Vollkornreis

trocken in einer Eisenpfanne rösten, bis die ersten Körner aufplatzen, zur Seite stellen und abkühlen lassen.

1 EL Kreuzkümmelsamen
1 EL Koriandersamen
1 TL schwarzer Pfeffer
1 TL Bockshornkleesamen
4 Nelken

ungefähr 10 Minuten trocken rösten; aber mit der Temperatur vorsichtig sein, daß die Gewürze nicht verbrennen. Abkühlen lassen und zusammen mit dem Reis vermahlen.

1 ,5 EL gemahlenes Kurkuma

zugeben und alles gründlich vermischen.

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Das Colombopulver hält in einem gut verschlossenen Glas ungefähr einen Monat, danach verliert es mehr und mehr sein Aroma. Für eine Gemüsetajine röstet man einfach einen Esslöffel Colombopulver zusammen mit Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl an, gibt das geschnittene Gemüse dazu (z.B. Karotten, Stangensellerie, grüne Bohnen, Kürbis, schwarze Oliven, Süßkartoffel oder normale Kartoffeln, etwas Ingwer, ein Lorbeerblatt und ein Viertele Salzitrone, gießt eine Tasse Hühnerbrühe oder Wasser auf, salzt etwas, Deckel drauf, die Dampfsperre mit kaltem Wasser befüllen und auf kleiner Flamme ungefähr 45 Minuten garen.

Ach ja: dieser Post ist mein Beitrag zum Obers-trifft-Sahne-Blogevent ☻„…und wie würzt du?“:

Frage 1: „….und wie würzt du? Bist du der Salz- und Pfeffer-Würzer oder dirigierst du ein ganzes Orchester von Gewürzen?“

Antwort 1: „Ein ganzes Orchester.“

Frage 2: „Komponierst du selbst, oder spielst du nur nach Kochbuch?“

Antwort 2: „Je nachdem: Gerne lasse ich mich von meinen Kochbüchern inspirieren, um dann alles anders zu mischen und zu würzen, als es im Rezept steht. Die Nase geht vor das Geschriebene.“

Frage 3: „Hast du ein Lieblingsgewürz?“

Antwort 3: „Kreuzkümmel ist zur Zeit fast überall dabei. Am wichtigsten ist aber schwarzer Pfeffer.“

Frage 4: „Und was noch wichtiger ist, wie und wo bewahrst du die ganzen Schätze der Gewürzwelt auf? Zeig mir deine Schublade, deinen Schrank oder das Eckchen in der Küche. Wie sieht es aus, dein Gewürzregal?“

Antwort 4: „So.“

Gewürzkiste

Meine transportable Gewürzkiste aus einer alten Weinkiste mit Schubdeckel. So können mich meine wichtigsten Gewürze lichtgeschützt überallhin begleiten.

 

 

Oben!

by schatten.licht.toene

02-09-2014 Hochseilgarten Villnöß

Wir waren oben!

Eins, das war ein Spaziergang; Zwei, das war leicht; Drei, das war nicht schwer; Vier, das konnte, wenn man wollte; Fünf, die Fünf führte in die Sechs und bei der Sechs war Schluss: Höher kam ich nicht hinaus.

Es hat aber auch gereicht. Oben – und alles schaukelt, wackelt, weicht aus, und hin und wieder die bange Frage: Schaff ich das noch oder kehr ich um?

Zum Schluss schmerzt der ganze Körper und abends gab es Pizza und Filoncino.

Zwetschgenkuchen vom Blech

by schatten.licht.toene

Im Eisacktal hat schon vor gut zwei Wochen die Zwetschgenzeit begonnen. Auf dem Bauernmarkt kaufen wir Zwetschgen vom Ritten bei dem Gemüsehändler aus dem Eisacktal. Wenn die Kinder uns ein paar Zwetschgen übriglassen, backen wir Zwetschgenkuchen.

Zwei verschiedene Böden habe ich ausprobiert, beide aus dem Buch „So backt Südtirol“: einen Hefeteig und einen Mürbeteig. Der Belag dafür bleibt bei beiden Rezepten gleich, für den Hefeteig hatte die Oma sich einen Eierguss gewünscht, der sehr gut zum Zwetschgendatschi passt.

Belag für Zwetschgenkuchen

1 1/2 kg Zwetschgen

entkernen (wer kann, lässt das den Opa machen) und mit

4 EL Zucker
1 EL Zimt

vermischen und mindestens 10 Minuten ziehen lassen.

Hefeteig für Zwetschgenkuchen

460 g Mehl

in eine Knetschüssel geben.

150 ml Milch
20 g frische Hefe
1 TL Zucker

verrühren und 20 Minuten warmstellen.
In das Mehl eine Vertiefung drücken und das Milch-Hefe-Gemisch hineingeben.

50 g weiche Butter
80 g Zucker
2 Eier
1 Eigelb
fein geriebene Zitronenschale von einer Zitrone

zum Mehl geben und zu einem glatten Teig verkneten (ca. 6 Minuten in der Maschine),
abdecken und 40 Minuten bei 25 °C gehen lassen.

Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Hefeteig auf Blechgröße ausrollen und auf das vorbereitete Backblech geben; einen Rand rundherum hochdrücken. Mit den Zwetschgen dicht belegen und nochmal 20 Minuten gehen lassen.

Eierguss

200 g saure Sahne
3 Eier
70 g Zucker
1 EL Speisestärke

glattrühren und über den Zwetschgen verteilen. Den Kuchen bei 180 °C Ober-Unter-Hitze auf mittlerer Schiene ohne Umluft 40 Minuten backen.

Weicher Mürbeteig für Zwetschgenkuchen

280 g weiche Butter
320 g Zucker
Zitronenschale von 1 Zitrone
1 Päckchen Vanillezucker

schaumig rühren und

2 Eier

einzeln unterziehen.

4 EL saure Sahne
420 g Mehl
1 Päckchen gesiebtes Backpulver
1/2 TL Salz

mit der Buttermasse verkneten und gut 30 Minuten ruhen lassen. Dann auf einem gefetteten und bemehlten Backblech mit einer Streichkarte gleichmäßig verstreichen. Dicht mit den vorbereiteten Zwetschgen belegen. Bei 180 °C Ober-Unter-Hitze ohne Umluft 40 Minuten backen. Nach dem Backen mit heißer Marillenmarmelade bestreichen und mit gerösteten Mandelblättchen bestreuen.

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