Nachtmahl!

Wer und was bleibt am Ende des Tages zu unserem Nachtmahl?

Kategorie: Event

1. GSIESER SAGENWANDERUNG

by schatten.licht.toene

Am 4. Juni 2016 begaben wir uns auf die geheimnisvolle Suche nach Schnabelmenschen und Saligen. Geführt von unserem Wanderführer Eduart von Voadohuibn erzählten Corinna und ich an den Rastplätzen unserer Wanderung, auf Lichtungen, zwischen Baumwurzeln und bei den alten Hackllöchern zwanzig jungen Zuhörern die alten Sagen und Geschichten rund um die unheimlichen Schnabelmenschen und die mystischen Saligen Frauen.

Und am Nachmittag, nach unserer Rückkehr nach Voadohuibn, gab es für alle Stockbrot und Würstl am Lagerfeuer, Tajinespeisen und weitere, frei erzählte Geschichten in Marias alter Bauernstube.

Nachlese: Gsieser Erzählnacht 2015

by schatten.licht.toene

Ein paar Tage … nein, ein paar Wochen … oder besser: Zwei Monate sind vergangen, seit wir unsere Erzählnacht in Marias Bauernstube veranstaltet haben. Dass die Nachlese diesmal so lang gedauert hat, liegt unter anderem daran, dass wir unsere Erzählnacht mit einem Videoprojekt begleitet haben. Ich habe den ganzen Tag, während all unserer Vorbereitungen und Proben die Videokamera dabei gehabt und Material für eine Erzählnachtdokumentation gesammelt. Die Dokumentation haben wir, nach etlichen Stunden der Videobearbeitung, vergangene Woche fertiggestellt. Sie zeigt Ausschnitte aus unseren Vorbereitungen, Proben zu der Fischeraufführung, Corinna Walder bei ihrem Lichtertanz im Speicher des Bauernhauses und den Beginn der Erzählnacht. Aber seht selbst …

 

Erzählkunst, Tanz und Schorba Libya

by schatten.licht.toene

Am 15. Januar 2016 wurde im Jukas zum dritten Male Wundersames erzählt, Fliegendes getanzt und Buntes gekocht. Und während Leni uns allen Geschichten von der Liebe, von Speis und Trank erzählte und Marialuise die Gäste umtanzte, kochte ich in meinen Tajinetöpfen afrikanisch gewürzte Gemüseeintöpfe.

Dieses Jahr gab es nicht nur die Gemüsetajine, sondern auch Schorba Libya, eine Art Gulaschsuppe und libysches Nationalgericht. Die Gewürzmischung dieses Eintopfes würzt viele deftige Linsen- oder Bohneneintöpfe mit Rindfleisch.

Gewürzmischung für Schorba Libya und andere Eintöpfe:

  • 0,5 TL Koriander
  • 1,5 TL gemahlenes Kurkuma
  • 1 TL Pfefferkörner
  • 2 EL Salz
  • 1 TL gemahlener Ingwer
  • 1 TL Safranfäden
  • 1 bis 2 Zimtstangen

im Mörser fein mahlen. Mit fein gehackten Petersilien- und Sellerieblättern zum Eintopf geben und eine halbe, dreiviertel Stunde mitkochen.

Lybisches Gulschsuppengewürz

Die erste Erzählnacht des Sillianer Erzählzirkels; Nachbericht

by schatten.licht.toene

Erzählnacht

Unsere erste Erzählnacht begann um 12 Uhr.
Mittags.
Geschichten mögen es gerne, wenn man es ihnen gemütlich macht, sie wollen sich eingewöhnen, möchten die Räume erkunden, die Menschen kennen lernen, die Märchen wollen ihre Wunder und Zauber in den Ritzen und Kanten, hinter den Vorhängen und unter den Decken verstecken, Stimme und Seele mögen von der Luft kosten und sie gleichsam zum Schwingen bringen …

Das brauchte seine Zeit, und so waren wir schon mittags zu Marias Bauernhof angereist, um uns und unsere Wirkungsstätte vorzubereiten.

Um 16 Uhr habe ich die erste Runde Geschichten erzählt, zum Aufwärmen, drei davon, anschließend hat Corinna mit dem Feuer getanzt und Andrè das Digeridoo und die Djembe tönen lassen … für all jene, die uns noch vor Einbruch der Nacht wieder verlassen mussten.

Maria, Valentin und Angela haben uns derweil Waffeln auf der alten Küchenhexe gebacken, die dann schneller verspeist waren, als man schauen konnte.

Um 19 Uhr begann die Erzählnacht für alle, die dort übernachteten; Decken, Schlafsäcke, Kissen, Puppen und Kuscheltiere suchten sich ihre Plätze, Geschichten um Geschichten sammelten sich um den alten Ofen in der Bauernstube, weise Hirten, dumme Bauern, Landstreicher, Könige, Prinzessinnen, Abenteuer und weite Wege, fremde Länder besiedelten unsere Ohren, belustigten oder stimmten uns nachdenklich, zeigten die Liebe und den Hass, den Geiz und den Großmut, das Kleine und das Große, das Liebe und das Böse …
Um 1 Uhr nachts schlossen wir unsere Augen.
Um 6 Uhr morgens erklangen die ersten Gitarrenklänge, Geschichten weckten die Schlafenden sanft aus ihren Träumen.
Und als sich alle aus ihren Schlafsäcken und Kissenburgen befreit hatten, brachte uns Maria ein wunderbares Frühstück mit Kakao und süßem Zopf, mit Kaffee, Marmelade und Bauernbrot.

Das war eine wunderbare Nacht. Danke an alle, die sich daran beteiligt haben, an alle, die zugehört haben, an alle, die geholfen haben, an Maria, dafür, dass sie uns ihre alte Bauernstube hergerichtet und zur Verfügung gestellt hat, überhaupt für die ganze großartige Verköstigung, für das frühe Aufstehen und für das Frühstück, Dank an Corinna für ihre Geschichten und ihren wundervollen Feuertanz, an Andrè für die musikalische Begleitung …

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Zum Gelingen der Erzählnacht haben neben vielen Anderen folgende Künstler beigetragen:

Maria Hofmann
Bergbauernhof Voadohuibn, St. Magdalena Gsies
E-Mail: voadohuibn@rolmail.net
Voadohuibn; Urlaub auf dem Bauernhof
Corinna Walder, Sillian, Osttirol
Märchenerzählerin, Feuertänzerin, Mitmachzirkus-Kinderanimation, Kinderschminken, Walking-Acts, Didgeridoo-Spielerin
corinna.walder@gmail.com
http://www.dasspielvolk.at
Andrè Schmid, Sillian, Osttirol
Musiker – Sänger/Songwriter, Didgeridoo-Spieler, Komponist/Produzent
E-Mail: kontakt@andre-schmid.at
http://www.andre-schmid.at
http://www.sacred-keys.com
Christopher Robin Goepfert, Klausen, Südtirol
Geschichten- und Märchenerzähler, Koch
E-Mail: christophorus@gmail.com
http://www.schattenlichttoene.wordpress.com

Colombopulver, Baba Jaga, die Karibik und Wien

by schatten.licht.toene

Ich war mal in Wien.
Das war im Jahre 2007, im Oktober, im Urlaub, zusammen mit meinen Eltern, meinem Sohn, in einer Ferienwohnung im Burgenland, zehn Tage lang. Graz war wunderschön: Graz ist eine der wunderbarsten Städte, die ich je besucht habe, und vielleicht ist Graz auch der Grund, der mich in Klausen heimisch werden ließ: der große Felsen inmitten der Stadt, den man besteigt und Stunden um Stunden über die Dächer alter Häuser schauen kann. Ich mag das.

Wien war groß. Das Auto haben wir in einem kleinen, dunklen Hinterhof geparkt, von einem Parkwächter bewacht, irgendwo in der Peripherie, mit der Hoffnung im Kopf, daß das Zentrum nicht weit ist, und mit der Befürchtung im Herzen, daß wir unser Auto nie wieder sehen werden. Gibt es EIN Zentrum in Wien? Ich weiß es bis heute nicht. Die Hofburg haben wir gesehen, immerhin, auch im Fiaker sind wir gefahren, die Hofreitschule, wir waren brave Touristen. Irgendwo haben wir auch Kaffee getrunken, das gehört zu Wien dazu, glaub ich. Und jede Menge Fotos.

Irgendwann haben wir dann versucht, unser Auto wiederzufinden, sind durch die Wiener Peripherie geirrt. Und irgendwo dort stand ein Mörser im Schaufenster eines unscheinbaren Haushaltswarenladens. Wien war groß. Der Mörser war größer. Vincent Klink hatte in einer seiner Geschichten geschrieben, daß in einen Mörser ein Kleinkindskopf hineinpassen soll. Das hört sich makaber an, stimmt aber.

So brachte Wien mich in den Besitz eines sechseinhalb Kilo schweren Marmormörsers, der mich bis heute auf allen meinen kulinarischen Reisen und Veranstaltungen begleitet, der überall ein Hingucker und Gewürzduftverteiler ist, der mir das Tor in die Welt der Gewürze geöffnet hat.

Sieben Jahre ist das her. Bald ist wieder Oktober und mein Mörser nimmt mich mit, mit nach Wien, dann reise ich wie einst die Baba Jaga, die in ihrem Mörser fährt, mit dem Stößl die Richtung gibt, mit ihrem Besen die Spuren verwischt. Oder ich nehme den Ofen, der auf Hühnerbeinen läuft. Mal schauen.

Ich werde in Wien sein.
Bald wird Wien etwas kleiner sein, groß ist oft, was man nicht kennt. Bald ist wieder Oktober und ich werde in Wien sein und ich werde in Wien kochen, mit meinem Mörser und mit meinen Tajinekochtöpfen: Märchen, Geschichten, Musik und exotische Speisen werden eine ganze Nacht lang verwoben, vermengt, werden unser Leben würzen und bereichern, wie es die Gewürzmischungen mit meinen Speisen tun. Bunt, duftend, exotisch, bekannt, auf- und anregend, satte Farben und blasse Morgendämmerung.

Doch noch bevor ich mich in meinen Mörser setze und gen Wien fahre, verbringe ich meine Tage damit, meinen Tajinekochkurs im Jukas vorzubereiten, Rezepte zu verkosten und Gewürzmischungen zusammenzustellen. Vorgestern gab es eine karibische Hühnertajine mit Colombopulver, einer Art Curry aus den alten französisch-karibischen Kolonien, das auch für Gemüsetajines und Linsengerichte gut geeignet ist und wunderbar mit eingelegten Salzzitronen harmoniert.

Colombopulver

1 EL Vollkornreis

trocken in einer Eisenpfanne rösten, bis die ersten Körner aufplatzen, zur Seite stellen und abkühlen lassen.

1 EL Kreuzkümmelsamen
1 EL Koriandersamen
1 TL schwarzer Pfeffer
1 TL Bockshornkleesamen
4 Nelken

ungefähr 10 Minuten trocken rösten; aber mit der Temperatur vorsichtig sein, daß die Gewürze nicht verbrennen. Abkühlen lassen und zusammen mit dem Reis vermahlen.

1 ,5 EL gemahlenes Kurkuma

zugeben und alles gründlich vermischen.

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Das Colombopulver hält in einem gut verschlossenen Glas ungefähr einen Monat, danach verliert es mehr und mehr sein Aroma. Für eine Gemüsetajine röstet man einfach einen Esslöffel Colombopulver zusammen mit Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl an, gibt das geschnittene Gemüse dazu (z.B. Karotten, Stangensellerie, grüne Bohnen, Kürbis, schwarze Oliven, Süßkartoffel oder normale Kartoffeln, etwas Ingwer, ein Lorbeerblatt und ein Viertele Salzitrone, gießt eine Tasse Hühnerbrühe oder Wasser auf, salzt etwas, Deckel drauf, die Dampfsperre mit kaltem Wasser befüllen und auf kleiner Flamme ungefähr 45 Minuten garen.

Ach ja: dieser Post ist mein Beitrag zum Obers-trifft-Sahne-Blogevent ☻„…und wie würzt du?“:

Frage 1: „….und wie würzt du? Bist du der Salz- und Pfeffer-Würzer oder dirigierst du ein ganzes Orchester von Gewürzen?“

Antwort 1: „Ein ganzes Orchester.“

Frage 2: „Komponierst du selbst, oder spielst du nur nach Kochbuch?“

Antwort 2: „Je nachdem: Gerne lasse ich mich von meinen Kochbüchern inspirieren, um dann alles anders zu mischen und zu würzen, als es im Rezept steht. Die Nase geht vor das Geschriebene.“

Frage 3: „Hast du ein Lieblingsgewürz?“

Antwort 3: „Kreuzkümmel ist zur Zeit fast überall dabei. Am wichtigsten ist aber schwarzer Pfeffer.“

Frage 4: „Und was noch wichtiger ist, wie und wo bewahrst du die ganzen Schätze der Gewürzwelt auf? Zeig mir deine Schublade, deinen Schrank oder das Eckchen in der Küche. Wie sieht es aus, dein Gewürzregal?“

Antwort 4: „So.“

Gewürzkiste

Meine transportable Gewürzkiste aus einer alten Weinkiste mit Schubdeckel. So können mich meine wichtigsten Gewürze lichtgeschützt überallhin begleiten.

 

 

Der erste Erzählsalon in der Stadtbibliothek Klausen

by schatten.licht.toene

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Der August war voller Geschichten und Abenteuer, war bevölkert von faulen Mönchen, jungen Prinzessinnen, alten Königen, abgerissenen Bettlern, von Schelmen, Geizhälsen und Großmäulern, von Kamel, Pferd, Hund und Ochse und noch vielen anderen.

Gestern Abend gab ich mein Debüt als Erzähler für ein „großes“ Publikum im Erzählsalon in der Stadtbibliothek Klausen; die vorangegangenen Erzähldonnerstage in der Bibliothek waren dem „kleinen“ Publikum gewidmet, den Kindern, gestern trat ich das erste Mal vor Erwachsenen öffentlich auf.

Fünf Geschichten aus vier Ländern, aus Spanien, aus China, aus Frankreich und aus Indien hatte ich meinem Publikum mitgebracht, habe von Herrn Geld und Frau Fortuna erzählt, vom armen Schuster, der sich seiner vielen Schulden wegen tot stellte, habe verraten, woher das Kamel seine Höcker hat, bin auf einer Erbsenranke zum Himmelstor geklettert und habe erzählt, wie das Großmaul mit seinen listigen Geschichten den Geizkragen zuerst um sein Korn und dann um sein Leben brachte.

Und als unsere Ohren von den Geschichten gesättigt waren, öffnete ich meine Tajinetöpfe und lud zum kleinen Nachtmahl ein, mit Shakshuka, Mutabbal und frisch gebackenem Fladenbrot, damit auch Nase, Mund und Bauch zu ihrem Recht kamen.

An dieser Stelle auch noch einmal einen herzlichen Dank an die beiden Bibliothekarinnen Marianne und Brigitte, die uns diesen schönen Abend erst ermöglicht haben.

26-08-2014 Tajine Erzählsalon

Der perfekte Käsekuchen, die II. Hohe Käsetorte

by schatten.licht.toene

Geht es euch eigentlich auch so: Wenn ich meine Tastatur im Gegenlicht betrachte, zum Beispiel an einem heiteren bis wolkigen Tag auf dem Balkon, dann sehe ich genau, welche Tasten ich selten nutze, nämlich: J Q Y X Ö Ä Ü und das P und das W auch eher selten. Die anderen sind schon total abgenutzt. Am liebsten verwende ich jene Tasten, welche das schöne Wort

T O R T E N T A G E

ergeben. Und die Shifttaste, aber nur die linke. Das T glänzt am meisten …

Wieder muss eine Torte her und weil es so schön war, muss es wieder eine Käsetorte sein und selbstverständlich wird es wieder DER perfekte Käsekuchen, wie immer. Das Rezept hab ich, wie schon bei meiner Käsemohntorte, aus dem Zeit Magazin Nr.17 „Süß! Noch süßer! Hauptsache Nachtisch“, freilich nach meinen persönlichen Vorstellungen modifiziert.

In diesem Sinne folgt mein zweiter Beitrag zu Alice’ Käsekuchenevent, welches in gut vier Tagen endet:

Hohe Käsetorte
Springform, 26 cm

der Mürbeteig

150 g weiche Butter
150 g Zucker
1 Msp Salz

schaumig rühren

1 Ei und
2 EL Milch

unterziehen

300 g Mehl

einkneten und den Teig mindestens 1 Stunde kalt stellen, am besten wäre über Nacht. Eine Springform buttern und mehlieren, den Teig rund ausrollen und die Springform komplett damit auslegen. der Rand sollte mindestens 5 Zentimeter hoch sein.

Die Quarkmasse:

1000 g Magerquark
100 ml Milch
100 g Puderzucker
50 g Speisestärke
1 Vanilleschote, das Mark
6 Eigelb
1 Zitrone, die Schale
1/2 Zitrone, der Saft

mit dem Schneebesen glatt rühren.

6 Eiweiß
100 g Zucker
1 Msp Salz

cremig-steif schlagen und

100 ml Sahne

schlagen, beides unter die Quarkmasse heben und dieselbe in die ausgelegte Springform gießen, etwas glatt streichen und bei 200 °C in den Ofen schieben. 20 Minuten backen, die Temperatur auf 175 °C reduzieren und den Rand der Quarkmasse rundherum einmal einschneiden, so reißt die Oberfläche nicht auf ;0) Weitere 20 Minuten backen.

hohe Käsetorte

Der perfekte Käsekuchen; warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

by schatten.licht.toene

So ein Quark. Oder hier in Südtirol: So ein Topfen.

Eigentlich wär ich nicht auf die Idee gekommen, Käsekuchen zu backen, obwohl das Internet derzeit voll von Rezeptvorschlägen ist, es quillt geradezu über:

Alice veranstaltet ein Käsekuchenevent, Heike ruft den Käsekuchenmonat aus und scheitert an ihrer rezeptlosen Improvisationskunst, die wilde Henne hat über denselben Käsekuchen, mit Rezept, dem Selberbacken abgeschworen und sucht in der Bloggosphäre um Kuchencarepakete an, „Die Zeit“ bringt im Zeitmagazin einen großen Käsekuchenreport, überall Käsekuchen, Käsetorten, Cheesecakes, Cupcakes, Quark, Topfen, Ricotta und Frischkäse wohin man blickt, kurz: Es ist Käsekuchenzeit.

Der erste Käsekuchen, den ich dieses Jahr gebacken habe, war gar kein Käsekuchen, sondern eine Käsesahnetorte; auf der Alm war das, und die hat mit dem echten Käsekuchen nichts zu tun, obwohl sie gerne, Unkenntnis begeht keine Sünde, mit ihm gleichgestellt wird. Käsesahne ist ein Gemisch aus Quark, Sahne, Zucker und Gelantine auf Tortenboden. Ungebacken. Nur gekühlt. Für ganz Eilige.

Der Zweite war ein Italian Cheesecake aus Snuggs Kitchen, auf Wunsch der Oma, die zu ihrem Geburtstag keine Schwarzwälder mehr sehen konnte und nach Käsekuchen verlangte. Diese Ami-Variante mit Kekskrümelboden war so gut gelungen und so flott hergestellt, dass ich unbedingt noch etwas Komplizierteres wollte, suchte und auch fand.

Im ZEITMagazin nämlich, das zu seinem großen Kuchenreport von Matthias Stolz auch verschiedene Rezepte, einfache wie komplizierte, abdruckte. Ganz besonders hat mich dabei die Käse-Mohn-Torte inspiriert, deren Rezept ich mit einem Käsekuchen vom Lafer gekreuzt habe.

Also: Mein perfekter Käsekuchen, ein Gemisch von Tintenschwein und Igelfisch:

Käsekuchen mit Mohnfüllung
1 Torte mit 26 cm im Durchmesser

Mürbeteig:

180 g weiche Butter
90 g Honig

schaumig rühren

1 Eigelb
1 Prise Salz
1/4 Vanilleschote, das Mark
1/2 Zitrone, die Schale fein gerieben

einrühren.

285 g Mehl
2 TL Speisestärke

sieben und mit der Buttermasse verkneten. Den Teig zum flachen Ziegel formen, in Klarsichtfolie einschlagen und mindestens eine Stunde kaltlegen.

Mohnfüllung:
Patisseriecreme:

65 ml Milch
65 ml Sahne
1/4 Vanilleschote, die Leere von oben
1 TL Zucker

aufkochen

2 Eigelb
1 1/2 TL Stärke
1 TL Zucker

schaumig aufschlagen, die kochende Milch dazugeben, gründlich verrühren und nochmals unter Rühren kurz aufkochen lassen, kaltstellen.

Mohnmasse:

130 ml Milch
70 g gemahlener Mohn
70 g Honig
1 TL Mehl

verrühren und 5 Minuten köcheln lassen, dann mit der Patisseriecreme vermischen, kaltstellen.

Quarkmasse:

80 g Mehl
60 g Zucker
6 EL Milch
75 ml Holunderblütensirup

verrühren und

4 Eigelb
1/2 Zitrone, die Schale fein gerieben
500 g Quark

einrühren.

4 Eiweiß
60 g Zucker

cremig-fest schlagen

200 ml Sahne, ebenfalls geschlagen

unterheben.

Eine Springform mit einem Durchmesser von 26 cm ausfetten und mehlieren. Nun den Mürbeteig rund ausrollen, so breit, dass die Springform komplett damit bis über den Rand ausgelegt werden kann. Was nun getan wird. Über den Rand lappenden Teig abschneiden.
Nun die Mohnmasse auf dem Mürbeteig verteilen und glattstreichen. Eventuell kann nun noch Obst hinzugefügt werden, ich habe Rhabarber und Sauerkirschen auf der Mohnmasse verteilt. Die Quarkmasse darauf geben, ebenfalls glattstreichen und dann im vorgeheizten Backofen bei 175 °C rund 45 bis 50 Minuten backen.

Käsekuchen

Gemüse & Gemüse von Delphine de Montalier

by schatten.licht.toene

Mein Beitrag zu
Jeden Tag ein Buch
initiiert von Arthurs Tochter

Endlos reihen sich die Bücher, Klassiker und Neuerscheinungen, in den Food- und Beverageabteilungen der Buchhandelsketten; bunt oder grau, dick oder dünn, quadratisch, rechteckig, sogar dreieckig und rund hab ich die Kochbücher schon gesehen … Hunderte gibt es in jedem größeren Buchladen. Dort streife ich durch die kulinarischen Sphären des aktuellen Buchmarktes und suche nach neuen Offenbarungen.

Nur – ich tue mich schwer, neue, überzeugende Kochbücher für mein heimisches Food- und Beverageabteil im Bücherregal zu finden.

Ein Buch aber hab ich bei meinen Streifzügen durch die Kochecken der Läden gefunden, das mich sofort begeistert hat und seitdem nicht mehr loslässt:

Gemüse & Gemüse
120 saisonale Rezepte
von Delphine de Montalier,
mit Fotos von Charlotte Lascève
Christian Verlag

Als Erstes fiel auf …

Die unaufgeregten Fotographien von Charlotte Lascève stehen wie Kunstwerke, Stillleben im Zentrum des Bildes, gedeckte Farben und die einfache Art, die Speisen anzurichten, geben dem Buch einen ganz eigenen Charme, der sich, ganz wie in den Fotographien, in Delphines Rezepten zeigt.

Als Zweites fiel auf …

Großartig an ihren Rezepten ist die Einfachheit, mit der sie wenige Zutaten, ohne Fonds, ohne viele Gewürze und ohne große Mengen Kräuter, zusammenstellt und daraus Speisen richtet, die die Mitte der Zutaten nie verlassen, immer nah am Geschmack der jeweiligen Saison bleiben, die das Gemüse, die Frucht im Zentrum behalten. Selten taucht hier oder dort einmal Fleisch auf, und wenn doch, dann immer gerahmt und begleitet vom Gemüse.

Das Buch scheut sich auch nicht, dem Koch das seltene Gut der Zeit mit auf dem Weg zu geben; Delphine kocht ohne Bedenken ihr Ratatouille 4 Stunden lang auf kleiner Flamme, schmort ihre Möhrchen butterweiche 40 Minuten und das Rind 4 Stunden im leise lächelnden Wasser … Zeit für den Koch, seinen Tag mit Kochen zu verbringen und zugleich in aller Seelenruhe auf dem Balkon bei einem guten Glas Weißwein ein gutes Buch zu lesen.

Die Rezepte beginnen bei Gemüsesäften, zeigen Suppen und Pürees, Salate, gebratenes Gemüse, knackiges und geschmortes Gemüse, Saucen und Eingemachtes.
Am Schluss des Buches findet sich ein Abschnitt, in dem Delphine einige Gemüsesorten aufzählt und erklärt, Tipps gibt und die grundlegenden Vorbereitungen für jedes Gemüse erläutert.

Am Ende war klar …
Für mich, der ich immer mit vielen Zutaten, Gewürzen und Aromagebern gekocht habe, war das Buch eine kleine Offenbarung: eine Zucchinicremesuppe, die nur aus Zucchini, etwas Wasser, Frischkäse, Salz und Pfeffer besteht, war für mich absolutes Neuland; inzwischen habe ich mir dieses Land erobert und suche selbst immer mehr nach den Ideen, den Aromen, die jedem Gemüse innewohnen …

Rezepte, die ich aus dem Buch, mit kleinen Variationen der Originalrezepte, nachgekocht und verbloggt habe, sind:

Zwiebelkonfitüre
Ratatouille
gebackene Tomaten

Gemüse&Gemüse

Aioli

by schatten.licht.toene

Blog-Event LXXIV - Tunken (Einsendeschluss 15. Februar 2012)

Heike von Au hat auf Zorras Blog ein Tunkenevent gestartet. Hat vielleicht schon der eine oder andere von euch gehört/gelesen. Auf Heikes Blog bin ich erst vorgestern gestoßen, zufällig, über Arthurs Tochter, die das Bratkartoffelevent von Heike verlinkt hatte. Ein ChristopherRobinBratkartoffelerweckungserlebnis hatte ich schon gehabt und es mir deshalb nicht nehmen lassen, dieses ChrRBKEE Heikes Sammlung hinzuzufügen.

Und jetzt das Tunkenevent. Da hat es letztens erst bei mir daheim, glücklicher Umstand sei gepriesen, Piadina gegeben. Und zu unserer Piadina gibt es diverse Tunken. Und Krautsalat, Grillgemüse, gebeizten Lachs, gekochte Artischocken, Rohschinken, Büffelmozzarella, Kräuterfrischkäse etc …

Aioli.

Ja. Kennt jeder. Ich auch. Aber zu den oben genannten Artischocken gibt es keine Alternative. Höchstens Varianten und damit mein Rezept nicht gar zu alltäglich ist, poste ich euch meine Variante vom letzten Freitag.

5 Zehen Knoblauch
etwas grobes Salz
ein paar weiße Pfefferkörner
1/2 Sardellenfilet

im Mörser zerreiben.

2 Eigelb

unterrühren. Dann unter ständigem Kreisen des Stößels

75 ml Olivenöl
75 ml kaltgepresstes Sesamöl

im hauchdünnen Strahl einrühren. Das braucht ein bissl Geduld, aber zum Schluss hat man eine feine, knoblauchlastige Majonnaise mit leichten Nussaromen vom Sesamöl. Diese wird nun noch mit Zitronensaft abgeschmeckt, ein bis zwei Teelöffel dürfen’s schon sein.

Die Aioli war übrigens auch zum Lachs echt lecker.

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Wer und was bleibt am Ende des Tages zu unserem Nachtmahl?

StadtLandfrau

Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt. Aber vielen bleibt es erspart. (Goethe)