Nachtmahl!

Wer und was bleibt am Ende des Tages zu unserem Nachtmahl?

Kategorie: Kräuter & Gewürze

Mein Herbarium zum KrautPäd 2016/17

by schatten.licht.toene

Seit einigen Jahren habe ich schon damit geliebäugelt, den Kräuterpädagogen-Lehrgang im Kloster Neustift zu machen; dieses Jahr hat sich die Gelegenheit dazu endlich ergeben. Unter anderem wurde uns die Aufgabe gestellt, ein eigenes, ganz persönlich gestaltetes Herbarium anzulegen. Sechzig Pflanzen sollen während des Lehrgangs gesammelt, gepresst, beschriftet und archiviert werden, mindestens dreißig Pflanzen müssen mit ausführlichen Detailinformationen versehen werden. Es gibt noch viel zu tun.

Masala chai; 茶 trinken.

by schatten.licht.toene

Irgendwer ist immer schuld.

Diesmal sind die Niederländer schuld.

Die haben den Tee aus China mitgebracht, auf dem Seeweg und aus einer südostchinesischen Provinz, und von dort nahmen die Seefahrer auch den Namen mit heim: Tè. Seitdem heißt der Tee im Abendland Tee.

Der größte Teil des Morgenlandes bekam den Tee über den Landweg, über die Seidenstraße, aus dem Norden Chinas, der zum Tee nicht Tee sagt, sondern Chà; so hat sich entlang der Seidenstraße über Persien, Indien, im osmanischen Reich und bis nach Russland der Ausdruck Chai durchgesetzt.

Wobei das gesprochene Wort, ob nun Tè oder Chà, in der chinesischen Schrift ganz gleich aussieht: 茶

Masala Chai
1 Liter

  • 600 ml Wasser
  • 400 ml Milch
  • 4 zerstoßene grüne Kardamomkapseln
  • 4 Nelken
  • 1/2 Zimtstange
  • 1 Sternanis
  • 1/2 TL Anis
  • 1 TL Fenchel
  • 1 Stück frisch geriebener Ingwer

zusammen aufkochen, dann 1 Minute leicht köcheln lassen.

  • 2 EL Schwarztee

zugeben, noch einmal kurz aufkochen und abgedeckt 15 Minuten auf der ausgeschalteten Herdplatte ziehen lassen.

Durch ein Sieb in eine vorgewärmte Teekanne abseihen und mit Honig oder Zucker süßen. Im Winter macht dieser Tee wunderbar warm und durch den starken Schwarztee auch munter.

Das Masala vom Masala Chai bezeichnet übrigens die Gewürzmischung: Das Hindi-Wort मसाला, ausgesprochen masala, bedeutet ins Deutsche übersetzt Mischung.

Masala für Chai

Colombopulver, Baba Jaga, die Karibik und Wien

by schatten.licht.toene

Ich war mal in Wien.
Das war im Jahre 2007, im Oktober, im Urlaub, zusammen mit meinen Eltern, meinem Sohn, in einer Ferienwohnung im Burgenland, zehn Tage lang. Graz war wunderschön: Graz ist eine der wunderbarsten Städte, die ich je besucht habe, und vielleicht ist Graz auch der Grund, der mich in Klausen heimisch werden ließ: der große Felsen inmitten der Stadt, den man besteigt und Stunden um Stunden über die Dächer alter Häuser schauen kann. Ich mag das.

Wien war groß. Das Auto haben wir in einem kleinen, dunklen Hinterhof geparkt, von einem Parkwächter bewacht, irgendwo in der Peripherie, mit der Hoffnung im Kopf, daß das Zentrum nicht weit ist, und mit der Befürchtung im Herzen, daß wir unser Auto nie wieder sehen werden. Gibt es EIN Zentrum in Wien? Ich weiß es bis heute nicht. Die Hofburg haben wir gesehen, immerhin, auch im Fiaker sind wir gefahren, die Hofreitschule, wir waren brave Touristen. Irgendwo haben wir auch Kaffee getrunken, das gehört zu Wien dazu, glaub ich. Und jede Menge Fotos.

Irgendwann haben wir dann versucht, unser Auto wiederzufinden, sind durch die Wiener Peripherie geirrt. Und irgendwo dort stand ein Mörser im Schaufenster eines unscheinbaren Haushaltswarenladens. Wien war groß. Der Mörser war größer. Vincent Klink hatte in einer seiner Geschichten geschrieben, daß in einen Mörser ein Kleinkindskopf hineinpassen soll. Das hört sich makaber an, stimmt aber.

So brachte Wien mich in den Besitz eines sechseinhalb Kilo schweren Marmormörsers, der mich bis heute auf allen meinen kulinarischen Reisen und Veranstaltungen begleitet, der überall ein Hingucker und Gewürzduftverteiler ist, der mir das Tor in die Welt der Gewürze geöffnet hat.

Sieben Jahre ist das her. Bald ist wieder Oktober und mein Mörser nimmt mich mit, mit nach Wien, dann reise ich wie einst die Baba Jaga, die in ihrem Mörser fährt, mit dem Stößl die Richtung gibt, mit ihrem Besen die Spuren verwischt. Oder ich nehme den Ofen, der auf Hühnerbeinen läuft. Mal schauen.

Ich werde in Wien sein.
Bald wird Wien etwas kleiner sein, groß ist oft, was man nicht kennt. Bald ist wieder Oktober und ich werde in Wien sein und ich werde in Wien kochen, mit meinem Mörser und mit meinen Tajinekochtöpfen: Märchen, Geschichten, Musik und exotische Speisen werden eine ganze Nacht lang verwoben, vermengt, werden unser Leben würzen und bereichern, wie es die Gewürzmischungen mit meinen Speisen tun. Bunt, duftend, exotisch, bekannt, auf- und anregend, satte Farben und blasse Morgendämmerung.

Doch noch bevor ich mich in meinen Mörser setze und gen Wien fahre, verbringe ich meine Tage damit, meinen Tajinekochkurs im Jukas vorzubereiten, Rezepte zu verkosten und Gewürzmischungen zusammenzustellen. Vorgestern gab es eine karibische Hühnertajine mit Colombopulver, einer Art Curry aus den alten französisch-karibischen Kolonien, das auch für Gemüsetajines und Linsengerichte gut geeignet ist und wunderbar mit eingelegten Salzzitronen harmoniert.

Colombopulver

1 EL Vollkornreis

trocken in einer Eisenpfanne rösten, bis die ersten Körner aufplatzen, zur Seite stellen und abkühlen lassen.

1 EL Kreuzkümmelsamen
1 EL Koriandersamen
1 TL schwarzer Pfeffer
1 TL Bockshornkleesamen
4 Nelken

ungefähr 10 Minuten trocken rösten; aber mit der Temperatur vorsichtig sein, daß die Gewürze nicht verbrennen. Abkühlen lassen und zusammen mit dem Reis vermahlen.

1 ,5 EL gemahlenes Kurkuma

zugeben und alles gründlich vermischen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das Colombopulver hält in einem gut verschlossenen Glas ungefähr einen Monat, danach verliert es mehr und mehr sein Aroma. Für eine Gemüsetajine röstet man einfach einen Esslöffel Colombopulver zusammen mit Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl an, gibt das geschnittene Gemüse dazu (z.B. Karotten, Stangensellerie, grüne Bohnen, Kürbis, schwarze Oliven, Süßkartoffel oder normale Kartoffeln, etwas Ingwer, ein Lorbeerblatt und ein Viertele Salzitrone, gießt eine Tasse Hühnerbrühe oder Wasser auf, salzt etwas, Deckel drauf, die Dampfsperre mit kaltem Wasser befüllen und auf kleiner Flamme ungefähr 45 Minuten garen.

Ach ja: dieser Post ist mein Beitrag zum Obers-trifft-Sahne-Blogevent ☻„…und wie würzt du?“:

Frage 1: „….und wie würzt du? Bist du der Salz- und Pfeffer-Würzer oder dirigierst du ein ganzes Orchester von Gewürzen?“

Antwort 1: „Ein ganzes Orchester.“

Frage 2: „Komponierst du selbst, oder spielst du nur nach Kochbuch?“

Antwort 2: „Je nachdem: Gerne lasse ich mich von meinen Kochbüchern inspirieren, um dann alles anders zu mischen und zu würzen, als es im Rezept steht. Die Nase geht vor das Geschriebene.“

Frage 3: „Hast du ein Lieblingsgewürz?“

Antwort 3: „Kreuzkümmel ist zur Zeit fast überall dabei. Am wichtigsten ist aber schwarzer Pfeffer.“

Frage 4: „Und was noch wichtiger ist, wie und wo bewahrst du die ganzen Schätze der Gewürzwelt auf? Zeig mir deine Schublade, deinen Schrank oder das Eckchen in der Küche. Wie sieht es aus, dein Gewürzregal?“

Antwort 4: „So.“

Gewürzkiste

Meine transportable Gewürzkiste aus einer alten Weinkiste mit Schubdeckel. So können mich meine wichtigsten Gewürze lichtgeschützt überallhin begleiten.

 

 

Gebackene Tomaten aus Gemüse & Gemüse

by schatten.licht.toene

Heute habe ich meine Buchrezension von Delphine de Montaliers „Gemüse & Gemüse“ vom Christian Verlag online gestellt, für Astrids Themenwoche „Jeden Tag ein Buch“. Als kleinen Nachtrag zur Buchbesprechung gibt es noch ein Rezept aus dem Buch, das ich letzte Woche ausprobiert habe:

Gebackene Tomaten

Den Backofen auf 90°C vorheizen.

12 Tomaten (ich habe italienische Flaschentomaten verwendet)

der Länge nach halbieren und die Samen entfernen. Auf einem Gitter mit der Schnittfläche nach unten 30 Minuten abtropfen lassen.

2 EL Olivenöl
3 TL Tomatenmark
2 Knoblauchzehen, gehackt
15 Basilikumblätter, klein zerzupft
1/2 TL gemahlenen Kreuzkümmel
zerstoßene schwarze Pfefferkörner

verrühren.
Ein Backblech oder eine Auflaufform (ich habe meine Tajinepfanne verwendet) mit Olivenöl einfetten. Die Tomaten mit der Schnittfläche nach oben darauf nebeneinander verteilen. Mit der Ölmischung beträufeln und mit knappen

2 EL Zucker

bestreuen. Mit wenig Salz würzen und noch etwas Olivenöl darübergeben.
Im Ofen 2 1/2 Stunden offen backen.

Ich habe die Tomaten als Beilage zu Spaghetti al pesto gegeben, das war sehr gut. Im Buch werden sie als Beilage zu gegrilltem Fisch empfohlen.

Vitae0507131125

Eingelegte Salzzitronen

by schatten.licht.toene

Salz-Zitronen sind ein unverzichtbares Gewürz für den typischen Geschmack einer marokkanischen Tajine; es werden nur die Schalen verwendet, das Fruchtfleisch wird entfernt. Die Schalen werden mitgeschmort und vor dem Servieren wieder herausgenommen.

350 g grobes Meersalz

bereitstellen.

10 kleine, eher dünnschalige Bio-Zitronen

mit heißem Wasser waschen.

8 Zitronen davon von der Spitze zum Stielansatz über Kreuz einschneiden, so, dass sie am Stielansatz noch zusammenhängen. Mit je einem Esslöffel Salz füllen, zusammendrücken. In einem großen Einmachglas (Gurkenglas) den Boden mit Salz bedecken und die Zitronen in das Glas legen, dabei etwas zusammendrücken, dass so wenig wie möglich Raum zwischen den Zitronen ist. Die zwei übrigen Zitronen auspressen und den Saft ebenfalls in das Glas schütten. Das restliche Salz darübergeben.

2 Liter Wasser

zum Kochen bringen und siedend heiß über die Zitronen gießen, bis diese bedeckt sind.

Etwas Olivenöl

als Luftabschluss auf die Zitronen geben. Das Glas fest verschließen und bei Zimmertemperatur 3 bis 4 Wochen stehen lassen.

f3838-vitae2209132059

 

Der orientalische Abend im Kassianeum und das Baharat

by schatten.licht.toene

Gestern, das war:

Geschichten aus Tausendundeine Nacht, die fliegenden Tücher der Bauchtänzerin, der Duft aus den Tontöpfen der Berber Nordafrikas; ein Abend, der die Sinne von Ohr, Auge, Nase und Zunge ansprach, der den Geruch von Holzglut und orientalischen Gewürzen mit schwebenden Tänzen und den feinen Worten, der unbedarften Naivität, der schelmischen Weisheit wundersamer Geschichten verband, ein zauberhafter Abend im Kassianeum in Brixen.

LeniLeitgeb hat uns die wunderbaren Geschichten aus Tausendundeine Nacht erzählt, Marialuise Stanghier tanzte und ich kochte in sechs Tajinetöpfen auf vier Holzkohlestövchen eine orientalische Gemüsetajine. Rund vierzig Gäste waren gekommen, um mit uns den orientalischen Abend der Sinnlichkeit zu erleben, im Theatersaal des Kassianeums.

Im Ausklang des Abends, nachdem die Gäste gespeist hatten und noch beisammensaßen, erzählten, redeten und die feine Atmosphäre genossen, kam auch die Frage nach den Rezepten meiner Tajinegerichte auf, nach den Gewürzen, den Saucen, dem Fladenbrot; einiges davon habe ich hier im Blog schon präsentiert, wie das Auberginenpüree, den Jogurtdip und zweierlei Rezepten für das Fladenbrot, oder das Ratatouille.

Das Ratatouille. Ein französisches Gericht, das aber mit der richtigen Gewürzmischung zu einem orientalischen Traum wird, zum Beispiel mit dem Baharat.

Baharat

1 EL schwarze Pfefferkörner
1 TL Koriander
¼ Zimtstange (nicht Cassiazimt!)
2 TL Kreuzkümmel
1 TL Piment
10 Nelken
die Samen von 3 Kardamomkapseln
1 kleine, getrocknete Peperoncinoschote
1 Knoblauchzehe, in feine Scheiben geschnitten.

Alle Gewürze sind ganz, also nicht gemahlen. Eine Eisenpfanne ohne Fett heiß werden lassen und die Gewürze kurz darin rösten. In einen Mörser geben und fein zermahlen.

¼ Muskatnuss, gerieben
2 EL Paprikapulver edelsüß

hinzufügen und alles gut mischen. In ein luftdichtes Gefäß abfüllen und innerhalb zwei Monate verbrauchen.

Das Baharat kann Tomatensaucen, Bohneneintöpfen, Suppen und Fleischkrapfen beigegeben und mitgekocht werden.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Maerju's Blog

Just another WordPress.com site

jetztmalehrlichblog

Nie war mehr ehrlich als jetzt.

Klausens (ZUSÄTZLICHES DASEINS-WEBLOG)

Die Künstlerschaft von Klausens = Klau|s|ens ist solch ein Thema, dass es schon wieder keines ist

Recyclingkunst - Ein Tagebuch vom Land,Leben und Meer.

Tipps und Ideen rund ums Wohnen, Upcycling und Alltägliches

vergissmeinnichtblog

FigurenTheaterGeschichten Vergiss mein nicht

Südwind Aktivistinnen und Aktivisten

Wir mobilisieren für globale Gerechtigkeit

Ein Achtel Lorbeerblatt

Das Liedermacher-, Chanson- und Kleinkunstmagazin

Masha Potempa

MusikPoesie - Chanson - Liedermacher - Poetry Slam

NO-PROJECT

Cambras Blog – Schamanisches in Kunst und Alltag

maryjaneinsane

Summer Falls When Winter Springs

Sophieleben

"Ich hätte einen kürzeren Brief geschrieben, aber dazu hatte ich keine Zeit."

Nieselpriem

Abenteuer rund um Aufzucht und Pflege der Jungen

www.krachbumm.com Blog Feed

Wer und was bleibt am Ende des Tages zu unserem Nachtmahl?

StadtLandfrau

Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt. Aber vielen bleibt es erspart. (Goethe)